Leben wie im 19. Jahrhundert

Frau Reischwitz
Katzhagen 7
38176 Bortfeld

Tel.: 05302 - 2851

Öffnungszeiten:
Das Bauernhaus ist wegen Renovierungsarbeiten zur Zeit bis auf weiteres geschlossen.

 

Nur eine rustikale Holztür trennt die Gegenwart von der Vergangenheit. Wer sie öffnet, tritt ein in das Leben unserer Urgroßeltern und sieht eine Welt, wie er sie wohl noch nie gesehen hat. Der Blick wandert staunend zu den Habseligkeiten, die den Menschen einst von Belang waren: etwa die kostbare Drehbuttermaschine (die Zubereitung der Butter gehörte damals zu den schwierigsten Aufgaben der Frau), der nicht gerade bequeme Waschzuber oder die große Grützmühle, deren riesiger Laufstein durch zwei Handkurbeln in Betrieb gebracht wurde und das Getreide mahlte, das die Männer vom Feld holten.
Hier im Bauernhaus-Museum in Bortfeld (Landkreis Peine) ist die Zeit stehen geblieben, aber es gibt Hunderte Kleinigkeiten, die das Haus lebendig machen. Mit ein wenig Fantasie sind die Krüge auf dem Tisch nicht leer, sondern gefüllt mit frischem Bitterbier, das die Menschen früher so gern tranken. Das mächtige Haus wäre eine großartige Kulisse für die erfolgreiche ARD-Doku-Soap „Abenteuer 1900“, ein TV-Experiment, für das eine Familie und ihr Personal in Verhältnisse wie vor 100 Jahren geschickt wurden. Denn das Museum gewährt einen hervorragenden Einblick in das traditionelle Bauernleben zu Beginn des 19. Jahrhunderts, kaum etwas ist verändert worden.

Zentrum des 1728 gebauten Hauses ist die so genannte Däle, der Arbeits- und Lebensraum. Die Däle diente genauso zum Arbeiten wie zum Feiern. Hier wurde das Getreide gedroschen, und zu Festen nahm man an langen Tafeln das üppige Mahl ein. Von der Däle aus geht es in die Zimmer: in den Schlafraum mit den aus heutiger Sicht ungewöhnlich kleinen Betten, in die Stube oder Küche. Die Zimmer haben ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. An der Küchenwand etwa hängt neben vielen anderen Überbleibseln aus der Vergangenheit der Blasebalg, mit der das Feuer auf der offenen Herdstelle angefacht wurde.

Faszinierend ist, dass das Bauernhaus das ganze Leben der Menschen von früher vereint - Wohnräume und Stall befinden sich unter einem Dach. Die Hausschlachtung trägt ihren Namen nicht von ungefähr, wovon unter anderem Holzhammer, Eisenbolzen sowie Messer zur Tötung der Tiere und die Holzmolle, die das Blut des Schlachtviehs auffing, zeugen. Auch außerhalb des eingeschossigen Hauses gibt es viel zu sehen, zum Beispiel die landwirtschaftliche Technik von vor 200 Jahren.

Bis vor 50 Jahren war das Bauernhaus noch bewohnt, seit 1968 ist es ein Museum. Das Haus gehört dem Landkreis Peine, seine Einrichtung dem Braunschweigischen Landesmuseum. Es ist jeweils am Sonntag von 10 bis 13 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr sowie nach Anmeldung unter 05302 - 2851 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen für Führungen unter 0531 - 12152619.

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