Industriegeschichte und Kultur

Zechen und Kokereien, Hütten und Hochöfen - hier schlug das Herz der Peiner Montanindustrie. Heute erzählen die Industriedenkmäler eindrucksvolle Geschichten aus der Vergangenheit. Etwa die aus dem Herbst 1963, als Wasser und Schlamm in die Grube Mathilde schossen und die ganze Welt nach Lengede schaute. Was als schreckliches Unglück begann, ging als "Wunder von Lengede" in die deutsche Nachkriegsgeschichte ein. Genauso wie die Gedenkstätte und der Seilbahnberg in Lengede gehört auch die Ilseder Hütte zu den faszinierenden Zeugen des industriellen Zeitalters.
Das Hütte wurde 1858 in Betrieb genommen und die letzten Anlagen 1996 endgültig abgestellt. Auf dem insgesamt 45 Hektar große Areal arbeiteten in Hochzeiten bis zu 4.000 Menschen in der Roheisengewinnung. Heute präsentiert sich das Hüttengelände nach einer umfassenden Altlastensanierung als moderner Unternehmensstandort für kleine und mittelständische Unternehmen.
Aber auch im Freizeitbereich bietet das Gelände zahlreiche Möglichkeiten. So finden in der ehemaligen Gebläsehalle ganzjährig kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen statt, die mittlerweile zu festen Größen im Peiner Veranstaltungskalender geworden sind.

Radtour: Auf den Spuren des Eisenerzes

Unser Tipp für Sie: Rundtour mit dem Fahrrad über den Weg des Erztransportes auf einer ca. 20 km langen Strecke durch Groß Ilsede, Adenstedt und Handorf. Ihr Weg führt Sie zu den verschiedenen ehemaligen Abbaufeldern des Tagebaues und der Schachtanlagen.

Ausgangspunkt ist das ehemalige Hochofenwerk auf dem Ilseder Hüttengelände, wo früher das Erz aus den den drei Schachtanlagen Wilhelm-, Gerhard- u. Emilieschacht verarbeitet wurde. Von dort radeln Sie auf der Gerhard-Lucas-Straße am Bergbaupark in Groß Bülten vorbei nach Adenstedt zur Veilchenhöhe. Hier verlief früher die Trennlinie zwischen Erztagebau und Sandgewinnung. Durch Adenstedt hindurch fahren Sie zum Wilhelm-Schacht, von dem aus die Erzlagerstätte in Richtung Bülten über den Gerhard-Schacht und den Emilie-Schacht in Tiefen bis zu 300 m abgebaut wurde. Auf dem Weg zu den Schachtanlagen führt Sie Ihr Weg auch an der Handorfer Seenplatte vorbei. Die Seen wurden früher zum Sandabbau genutzt und werden heute von Anglern und Surfern genutzt. Zum Schluss geht es an der ehemaligen Ilseder Schlackenverwertung vorbei und durch Ölsburg zurück zum Ilseder Hüttengelände, wo die Tour endet.

Das Wunder von Lengede

Erfahren Sie mehr zum Thema Eisenerz und tauchen Sie in die Geschichte des Bergbaus ein. Durch das Grubenunglück und die aufsehenerregende Rettungsaktion von 1963 ist besonders Lengede als Standort der Eisenerzförderung noch heute in Erinnerung. Sie starten mit einer ausführlichen Führung durch die Ausstellung im Lengeder Rathaus, die anschaulich den Bergbaualltag sowie „Das Wunder von Lengede“ dokumentiert. Anschließend geht es zu Fuß (5 km) zur Gedenkstätte des Grubenunglücks, an den Klärteichen vorbei zum Seilbahnberg mit herrlichem Rundblick über das Peiner Land bis hin zum Harz. 

Leistung:
Führung durch die Ausstellung „Lengede - Im Fokus der Welt“, Spaziergang zur Gedenkstätte und zum Seilbahnberg

Preis:
4,00 Euro pro Person (Gruppenpreis: mindestens 10 Personen)

Buchung und Infos: wito gmbh, Tel. 05172 - 9492610