Alte Stellmacherei, Kunstorte

Künstler aus dem Peiner Land

Giftgötze – mehr als nur eine Produzentengalerie im ländlichen Raum

Mitten in der Gemeinde Lengede, im bürgerlichen Siedlungsidyll Woltwiesches und in unmittelbarer Nähe zur Grundschule, findet Kunst nicht nur statt, sondern gibt ihr einen ganz besonderen Raum: in der Giftgötze.
Der Name? „Ein Phantasieprodukt, wir haben etwas Besonderes gesucht und er ist einfach entstanden“, lacht Fritz Paulick, der diese Galerie für zeitgenössische Kunst zusammen mit Jen Zen seit über fünf Jahren betreibt.
Die Nachbarn haben die Künstler längst akzeptiert; ohnehin fügt sich das Haus eher unauffällig ins Straßenbild und nur, wenn Ausstellungen anstehen, deuten Parkplatzsuchende darauf hin, dass es mit der Nr. 21 in der Breiten Straße etwas Besonderes auf sich haben muss.

Fritz Paulick weiß seit seinem 15. Lebensjahr, dass er Maler werden will, Jen Zen entdeckte die Liebe zur Kunst erst später, während des Philosophiestudiums. Auch in ihren Malstilen unterscheiden sich die beiden: Während die Werke Jen Zens eher figürlich ausgerichtet sind, arbeitet Fritz Paulick eher in Serien, wie er sagt. So beschäftigt er sich zurzeit mit der Darstellung asiatischer Kreise aus der Zen-Kunst. Ein gemeinsames Projekt entstand am letzten Wochenende, „Die zwei Torwächter“, im Buddhismus Sinnbild des Schutzes am Eingang eines jeden Tempels, die der Abwehr von bösen Mächten und Kräften dienen. „Bei uns hängen sie deshalb im Eingangsbereich“, erzählen sie vom Entstehungsprozess, in dem sie sich gegenseitig bei Bedarf auch beraten.

Kunstfeldforschung auf dem Lande

Die beiden schätzen ihren Standort sehr. „Hier bekommt man sofort den Kopf frei, wenn man spazieren geht“, betont Paulick, der ein Studium der Freien Kunst an der FH Hannover
bei Peter Tuma und Peter Redeker absolvierte und sich selbst als „Zen Kunst Punk“ bezeichnet.
Zehn Minuten vor Ort, und man kann dem nur zustimmen. „Was uns ausmacht? Wir sind innovativ und originell“, bringt es der Künstler knapp und sympathisch auf den Punkt. Mit wechselnden Gastkünstlern betreibt die Giftgötze „Kunstfeldforschung auf dem Lande, abseits der Metropolen in einer Kunstwüste“, heißt es auf der Webseite, „eigene Ideen umsetzen“ im Gespräch.
Vorbilder? Emil Schumacher und Frank Auerbach. Aber Paulick erschafft sich lieber selbst „seinen Spielplatz, sein Abenteuer“ und ein Leben ohne Kunst ist für ihn undenkbar, Jen Zen fände keine Erfüllung – absolut überzeugend! Mit bescheidenem Stolz erzählen sie von guter Resonanz in der lokalen Presse oder einem verkauften Werk nach Australien, von Bildern, die derzeit in München, Potsdam und Hannover hängen und für die ihre Französische Bulldogge Modell saß.

Neue Ausstellung am 14. Mai 2017

Am 14. Mai öffnen sie ihre Räume für eine malende Mutter mit Tochter aus Braunschweig, mehr verraten sie nicht. Und es bekommt auch nicht jeder die Gelegenheit zur Nutzung, auch, wenn sogar schon Anfragen aus Polen kamen: „Der Fotograf war uns zu langweilig“, sagt Paulick ganz offen, „das muss zu uns passen“. Dennoch: Gern können Künstler unter 05344/ 2618100 Kontakt aufnehmen und anrufen oder eine E-Mail schreiben: info@giftgoetze.de.
Weitere Informationen: www.giftgoetze.de